Dance of Nature

February 20, 2017   ·   Motion Design

Zusammenfassung

„Dance of Nature“ stellt mithilfe der Pepper’s Ghost Technique eine Szene (1:15:29-1:17:49) aus Kurosawas Film “Ran” in holographischer Form dar.

Von seinem eigenen Sohn verstoßen, irrt der Großfürst Hidetora Ichimonji während eines Sturms über eine hügelige Grasebene. Er wird von seinem treuen Diener Tango und seinem Hofnarren Kyoami aufgefunden, die ihm von dort an bis zu seinem Tode beistehen.

Das Grasmeer wird mit einem Partikelsystem dargestellt, bei dem die Halme audio-reaktiv gen Himmel sprießen. Die Bewegungen der drei Charaktere werden neu-interpretiert auf weitere Partikelsysteme übertragen. Dadurch entsteht der Eindruck tanzender Blätter im Wind, die menschliche Bewegungsmuster annehmen.


Video

Einführung

Dieses Projekt ist im Rahmen des Moduls Interactive Motion Media entstanden und steht unter dem Thema "Inszenierte Bewegung". Grundlage
dafür soll ein Film des japanischen Filmregisseurs Akira Kurosawa bieten. Aufgabe ist es die Bewegung einer Szene zu analysieren und diese in einem iterativen Prozess zu abstrahieren. Abstraktionen dürfen sowohl auf visueller als auch auf auditiver Ebene stattfinden.


Szene

Als Film wähle ich “Ran”, indem Kurosawa Shakespears Tragödie King Lear adaptiert und den Fall des Königreichs Ichimonji erzählt.
Eine für mich sehr interessante Szene bezüglich der Bewegung ist dabei die Szene Grasmeer aus Minute 1:15:29-1:17:49:
Der Großfürst Ichimonji hat soeben die Eifersucht und Gier seines Zweitältesten am eigenen Leib erfahren und irrt über einen Hügel langer Gräser, die im Sturm wie Wellen im Meer wogen. Zu diesem Zeitpunkt scheint der Fürst alles verloren zu haben. Doch zwei Menschen - sein persönlicher Diener und sein Hoffnarr - spüren ihn auf, um ihm bis zu seinem Tode beizustehen. Ich entscheide mich für diese Szene, da sie inhaltlich spannend und relevant ist und weiterhin stilistisch eine große Variation an Bewegungselementen und somit viele Möglichkeiten verschiedener Interpretationen bietet.


Musikkonzept

Bei dem Musikkonzept orientiere ich mich an dem russischen Komponisten Sergei Prokofjew.
Der Sound soll die Emotionen der Akteure und die allgemeine Stimmung der Szene mit neuen Mitteln transportieren. Um mein persönliches Gefühl einzufangen, sammel ich auf einer Liste alle Assoziationen, die beim Sehen der Szene entstehen:

  • stoisch
  • sanft
  • realisierend
  • panisch etc.

Auf dieser Grundlage entsteht im Folgeschritt erst der athmosphärische Teil des Sounds, anschließend wird die auditive Narrative produziert. Dafür weise ich den drei Akteuren ein charakterisches Instrument, bzw. einen charakteristischen Sound zu. So entsteht in der ersten Iteration eine “Urbansound-Collage”, bei der der Fürst mit einem Rolltreppengeräusch und der Narr mit einem Ampelgeräusch identifiziert wird. In der zweiten Iteration entsteht in Kollaboration mit dem Sounddesigner Jannis Eckert ein Soundtrack, der meine persönliche Interpretation der Ran-Szene “Grasmeer” widerspiegelt. Eine anfänglich ungemütliche, apathische Stimmung entwickelt sich über zwei Minuten hinweg zu absoluter Spannung, die in einem lauten Nebelhorn mündet und anschließend zurück in die Apathie des Fürsten Ichimonji fällt.


Videokonzept

Bei dem Video arbeite ich mit einem Partikelsystem, das in Aftereffects umgesetzt wird. Die Idee ist es tanzende Blätter im Wind zu erzeugen, die die Bewegung der drei Film-Charaktere annehmen. Um diesen Effekt zu erzielen, filme ich im ersten Schritt meine Tanz-Interpretation der drei Charaktere. Aus den Videos entnehme ich die Bewegungsvektoren, die den jeweiligen Partikelsystemen übertragen werden. Diese erhalten außerdem weitere Bewegungsattribute wie z.B. Randomwerte für Velocity und Gravity, um einen natürlicheren Effekt zu erzielen. Das Grasmeer wird mit einem Partikelsystem dargestellt, bei dem die Halme audio-reaktiv gen Himmel sprießen.


Setup (Hologramm)

In der letzten Iteration des Projekts verleihe ich den Visuals durch die sogenannte Pepper's Ghost Technique eine dritte Dimension. Dafür konstruiere einen Holzrahmen, der zwei zueinander gewandte 4K-Monitore hält. Weiterhin baue ich aus Plexiglas ein Oktaeder, das zwischen die Monitore gestellt wird und das Licht (der Monitore) in einem 45° Winkel bricht, sodass für den Betrachter die Illusion einer dreidimensionalen Form entsteht.


General Infos

Team

Andreas Krauss
Jannis Eckert (Sound Design)

Role

Conception
Motion Design
Sound Design

Tools

Adobe After Effects
Adobe Premiere Pro

Professor

Steffen Müller


Exhibition

04/2017

European Media Art Festival, Osnabrück, Germany